
Robotik · Autonomie im Cockpit
Garmin Autoland: Mehr als 2.500 Flugzeuge landen im Notfall von selbst
Foto: Garmin
Mehr als 2.500 Flugzeuge haben inzwischen Garmin Autoland an Bord, das erste zertifizierte autonome System, das eine Maschine selbstständig landet, wenn der Pilot es nicht mehr kann. Garmin erreichte die Marke gut sechs Jahre nach der ersten Zulassung.
Die meisten Debatten über autonome Maschinen werden auf der Straße geführt. Eines der ausgereiftesten Beispiele fliegt. Garmin hat am 14. Oktober 2026 mitgeteilt, dass inzwischen mehr als 2.500 Flugzeuge mit Autoland ausgerüstet sind, einem System, das im Notfall die Kontrolle übernimmt und die Maschine ohne menschliches Zutun landet. Garmin nennt es das weltweit erste zertifizierte autonome System dieser Art. Es wurde mit der renommierten Robert J. Collier Trophy und zahlreichen weiteren Branchenpreisen ausgezeichnet.
Was passiert, wenn der Knopf gedrückt wird
Autoland ist für den schlimmsten Moment eines Fluges gebaut: Der Pilot fällt aus, und niemand sonst an Bord kann fliegen. Ein Passagier drückt einen einzigen, eigens dafür vorgesehenen Knopf. Das System kann sich auch selbst einschalten, wenn es erkennt, dass der Pilot nicht mehr mit dem Flugzeug interagiert. Danach arbeitet die Software die Schritte ab, die auch ein Pilot gehen würde. Sie berechnet einen Flugweg zum am besten geeigneten Flughafen, weicht Gelände und schlechtem Wetter aus, fliegt einen stabilisierten Anflug auf die Landebahn und setzt auf. Pilot, Passagiere und Flugsicherung werden unterwegs informiert. Garmin fasst die Aufgabe in den drei klassischen Pflichten des verantwortlichen Piloten zusammen: fliegen, navigieren, kommunizieren.

Von einem Modell zu mehr als fünfzehn
Die erste Zulassung kam im Mai 2020 auf der Piper M600 SLS. Heute gibt es Autoland in mehr als 15 zugelassenen Modellen, vom Kolbenmotorflugzeug bis zum zweistrahligen Jet. Zur Liste gehören die Piper M700 FURY, der Cirrus Vision Jet G2, G2+ und G3, die Cirrus SR20 G7+, SR22 G7+ und SR22T G7+, die Daher TBM 940, TBM 960 und TBM 980, der HondaJet Elite II, ausgewählte Beechcraft King Air Modelle, die Pilatus PC-12 PRO und die Epic E1000 AX.
Allein 2026 kamen vier Modelle hinzu: der HondaJet Elite II, die Embraer Phenom 300EV, die Pilatus PC-12 PRO und die Epic E1000 AX. Mit dem HondaJet und der Phenom erreichte Autoland erstmals zweistrahlige Jets und damit ein neues Segment der Geschäftsluftfahrt. Für 2027 erwartet Garmin die Zulassung für die Cessna Citation M2 Gen3, CJ3 Gen3 und CJ4 Gen3 von Textron Aviation sowie für die Beechcraft Denali.

Auch Nachrüstungen zählen
Nicht jedes Autoland-Flugzeug hat das Werk mit aktivem System verlassen. Von den mehr als 2.500 wurden fast 250 nach der Auslieferung nachgerüstet. Teils waren es geeignete Plattformen, bei denen die Funktion bei Auslieferung nicht freigeschaltet war, teils vollständige Nachrüstungen wie bei der King Air, einem Typ, der vor mehr als 50 Jahren gebaut wurde. Autoland ist inzwischen auch Teil der integrierten Garmin-Cockpits G1000 NXi, G3000 und G3000 PRIME.
Warum das über die Luftfahrt hinaus zählt
Robotik wird oft an Vorführungen gemessen. Autoland wird Flugzeugmodell für Flugzeugmodell zugelassen, und das macht es zu einem nützlichen Vergleichspunkt für alle, die Robotaxis und die fahrerlose Meile verfolgen. Das System erledigt eine eng umrissene Aufgabe, nur im Notfall, und seine Reichweite ist über sechs Jahre Modell für Modell gewachsen statt in einem einzigen Sprung. Phil Straub, Executive Vice President und Managing Director Aviation bei Garmin, sieht in der Marke einen Beleg für die außerordentlich breite Verbreitung einer Technik, die Piloten und Passagieren Zuversicht geben soll, wenn es am meisten darauf ankommt.

Die leisere Lehre handelt von Vertrauen. Ein Passagier, der nie ein Flugzeug geflogen hat, soll im denkbar belastendsten Moment die Kontrolle an eine Maschine abgeben. Das funktioniert nur, wenn sich die Maschine unter Regeln bewährt hat, die für den schlimmsten Fall geschrieben sind, und genau diesen Weg ist Garmin gegangen.
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